Reisemedizin
Impfungen
Prävention
Tropenmedizin

Reisemedizin: Gesund und sicher in den Urlaub

Ob Fernreise nach Südostasien oder Strandurlaub am Mittelmeer – eine reisemedizinische Beratung schützt Sie vor gesundheitlichen Risiken unterwegs. Erfahren Sie, welche Impfungen, Medikamente und Vorsorgemaßnahmen sinnvoll sind.

PAS
Praxis am Salzmarkt5. Februar 2026 · 12 min
Reisemedizin: Gesund und sicher in den Urlaub

Die Vorfreude auf den Urlaub ist groß – doch je nach Reiseziel gibt es gesundheitliche Risiken, die man nicht unterschätzen sollte. Tropische Infektionskrankheiten, verunreinigtes Wasser, ungewohnte Höhenlagen oder intensive Sonneneinstrahlung können die schönsten Wochen des Jahres schnell trüben. In Ihrer Hausarztpraxis am Salzmarkt in Osnabrück bieten wir Ihnen eine fundierte reisemedizinische Beratung, damit Sie gut vorbereitet in den Urlaub starten.

Warum reisemedizinische Beratung wichtig ist

In vielen Urlaubsländern gibt es Erreger und Erkrankungen, die in Deutschland nicht oder nur selten auftreten. Dazu gehören unter anderem:

  • Malaria (Subsahara-Afrika, Südostasien, Mittel- und Südamerika)
  • Dengue-Fieber und Zika-Virus (tropische Regionen weltweit)
  • Hepatitis A und B (insbesondere in Ländern mit niedrigem Hygienestandard)
  • Typhus (Südasien, Afrika)
  • Tollwut (bei Kontakt mit streunenden Tieren)
  • Japanische Enzephalitis (ländliches Südostasien)

Eine frühzeitige Beratung – idealerweise 6 bis 8 Wochen vor der Abreise – gibt Ihnen genügend Zeit für Impfungen und eine ausreichende Immunisierung.

Was gehört zur reisemedizinischen Beratung?

Impfstatus-Check

Zunächst überprüfen wir Ihren bestehenden Impfschutz. Viele Reisende wissen nicht, dass grundlegende Impfungen wie Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten oder Masern aufgefrischt werden müssen. Darüber hinaus empfehlen wir je nach Reiseziel:

  • Hepatitis A: Für fast alle Reisen in Länder mit niedrigem Hygienestandard empfohlen
  • Hepatitis B: Bei längerem Aufenthalt oder medizinischem Kontakt
  • Gelbfieber: Pflichtimpfung für einige afrikanische und südamerikanische Länder
  • Tollwut: Empfohlen bei Reisen in abgelegene Gebiete mit Kontaktrisiko zu Tieren
  • Typhus: Bei Reisen in Risikogebiete mit eingeschränkter Hygiene
  • Meningokokken: Bei Reisen nach Subsahara-Afrika oder für die Pilgerreise nach Mekka (Hadsch)

Malaria-Prophylaxe

Für viele tropische Reiseziele ist eine Malaria-Prophylaxe unverzichtbar. Je nach Region und Risiko empfehlen wir:

  • Expositionsprophylaxe: Mückenschutzmittel (DEET/Icaridin), langärmlige Kleidung, imprägnierte Moskitonetze
  • Medikamentöse Prophylaxe: Atovaquon/Proguanil, Doxycyclin oder Mefloquin – je nach Region und individueller Verträglichkeit
  • Standby-Therapie: Notfallmedikament zum Mitnehmen bei Reisen in Gebiete mit geringem Malariarisiko

Reiseapotheke zusammenstellen

Eine gut bestückte Reiseapotheke ist für jeden Urlaub sinnvoll. Wir empfehlen:

  • Schmerz- und Fiebermittel (Paracetamol, Ibuprofen)
  • Mittel gegen Durchfall (Loperamid, Elektrolytlösungen)
  • Desinfektionsmittel und Verbandmaterial
  • Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor
  • Insektenschutzmittel (DEET-haltig für Tropen)
  • Medikamente gegen Reisekrankheit (Dimenhydrinat)
  • Persönliche Dauermedikation in ausreichender Menge

Besondere Reisesituationen

Reisen mit chronischen Erkrankungen

Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Asthma erfordern besondere Vorbereitung:

  • Medikamentenvorrat: Ausreichend Medikamente für die gesamte Reisedauer plus Reserve
  • Ärztliche Bescheinigung: Für Medikamente, die mitgeführt werden müssen (besonders Insulin, Spritzen)
  • Zeitzonenplanung: Anpassung von Insulindosen bei Langstreckenflügen
  • Notfallausweis: In Landessprache oder Englisch

Reisen in der Schwangerschaft

Grundsätzlich können Schwangere reisen – mit einigen Einschränkungen:

  • Keine Lebendimpfstoffe (Gelbfieber, MMR) während der Schwangerschaft
  • Malaria-Prophylaxe nur eingeschränkt möglich
  • Fluggesellschaften haben Richtlinien für Schwangere ab der 28.–36. Woche
  • Reiseversicherung sollte Schwangerschaftskomplikationen abdecken

Reisen mit Kindern

Für Kinder gelten besondere Vorsichtsmaßnahmen:

  • Impfplan frühzeitig an das Reiseziel anpassen
  • Sonnenschutz und Insektenschutz kindgerecht wählen
  • Durchfallprävention: Kein Leitungswasser, nur geschältes Obst
  • Medikamente in kindgerechter Dosierung

Häufige Reiseerkrankungen – und wie Sie sich schützen

Reisedurchfall

Die häufigste Reiseerkrankung betrifft bis zu 50 % der Fernreisenden. Schutzmaßnahmen:

  • Cook it, peel it or forget it: Nur gekochte oder geschälte Lebensmittel
  • Kein Leitungswasser trinken (auch keine Eiswürfel!)
  • Hände regelmäßig waschen oder desinfizieren

Sonnenbrand und Hitzeschlag

  • Hohen Lichtschutzfaktor verwenden (mindestens LSF 30, besser 50)
  • Mittagssonne meiden (11–15 Uhr)
  • Ausreichend trinken (mindestens 2–3 Liter bei Hitze)
  • Kopfbedeckung und leichte, helle Kleidung

Höhenkrankheit

Ab ca. 2.500 Metern über dem Meeresspiegel kann es zu Symptomen kommen. Prävention:

  • Langsamer Aufstieg (maximal 300–500 Höhenmeter pro Tag ab 2.500 m)
  • Ausreichend trinken, kein Alkohol
  • Medikamentöse Prophylaxe (Acetazolamid) in Absprache mit dem Arzt

Nach der Reise: Wann zum Arzt?

Suchen Sie uns nach der Rückkehr auf, wenn:

  • Fieber auftritt (besonders nach Aufenthalt in Malariagebieten – Notfall!)
  • Durchfall länger als 3 Tage anhält
  • Hautveränderungen oder nicht heilende Insektenstiche auftreten
  • Allgemeine Abgeschlagenheit über Wochen bestehen bleibt

Häufige Fragen (FAQ)

Wie lange vor der Reise sollte ich mich beraten lassen? Idealerweise 6–8 Wochen vorher. Bei kurzfristigen Reisen lohnt sich die Beratung aber auch noch kurz vor Abflug.

Werden Reiseimpfungen von der Kasse übernommen? Viele gesetzliche Krankenkassen erstatten die Kosten für empfohlene Reiseimpfungen ganz oder teilweise. Informieren Sie sich bei Ihrer Kasse.

Brauche ich für Europa auch Reiseimpfungen? Für die meisten europäischen Länder reicht ein aktueller Grundimpfschutz. Für Südosteuropa oder den östlichen Mittelmeerraum kann eine Hepatitis-A-Impfung sinnvoll sein.


Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle reisemedizinische Beratung. Bitte lassen Sie sich vor Ihrer Reise persönlich beraten – insbesondere bei Fernreisen, chronischen Erkrankungen oder einer Schwangerschaft.

Reisemedizin: Gesund und sicher in den Urlaub | Praxis am Salzmarkt