Dermatologie
Allergie
Prävention
Diagnostik
Hausarztmedizin

Hautprobleme und Ekzeme: Erkennen, behandeln und vorbeugen

Juckende, gerötete oder schuppige Haut betrifft Millionen Menschen. Erfahren Sie, welche Hautprobleme Ihr Hausarzt behandeln kann, was hinter Ekzemen steckt und wie Sie Ihre Hautgesundheit langfristig verbessern.

PAS
Praxis am Salzmarkt15. Februar 2026 · 10 min
Hautprobleme und Ekzeme: Erkennen, behandeln und vorbeugen

Die Haut ist unser größtes Organ – und oft ein Spiegel unserer inneren Gesundheit. Hautveränderungen können harmlos sein, auf Allergien hinweisen oder ein frühes Zeichen für systemische Erkrankungen darstellen. In Ihrer Hausarztpraxis am Salzmarkt in Osnabrück sind wir Ihre erste Anlaufstelle für Hautbeschwerden aller Art: von trockener Haut über Ekzeme bis hin zu verdächtigen Muttermalen.

Wann zum Hausarzt bei Hautproblemen?

Nicht jedes Hautproblem erfordert sofort den Besuch beim Dermatologen. Ihr Hausarzt kann viele Hauterkrankungen diagnostizieren und behandeln:

  • Ekzeme und Neurodermitis (atopisches Ekzem)
  • Kontaktallergien (z. B. durch Nickel, Kosmetik, Reinigungsmittel)
  • Pilzinfektionen der Haut, Nägel und Füße
  • Akne und unreine Haut
  • Psoriasis (Schuppenflechte) – Erstdiagnose und Basistherapie
  • Urtikaria (Nesselsucht)
  • Gürtelrose (Herpes Zoster)
  • Warzen und gutartige Hautveränderungen
  • Hautkrebsscreening als gesetzliche Vorsorge

Bei komplexen oder schwer behandelbaren Fällen überweisen wir Sie an eine dermatologische Fachpraxis.

Ekzeme: Die häufigste Hauterkrankung

Was ist ein Ekzem?

Ein Ekzem ist eine entzündliche, nicht ansteckende Hautreaktion. Typische Symptome sind:

  • Rötung und Schwellung
  • Juckreiz (oft intensiv)
  • Trockenheit und Schuppung
  • Bläschenbildung oder Nässen
  • Rissige, verdickte Haut bei chronischem Verlauf

Atopisches Ekzem (Neurodermitis)

Die Neurodermitis betrifft bis zu 15 % der Kinder und 2–5 % der Erwachsenen in Deutschland. Sie gehört zum sogenannten atopischen Formenkreis – zusammen mit Heuschnupfen und allergischem Asthma.

Typische Merkmale:

  • Trockene, empfindliche Haut
  • Schubweiser Verlauf (beschwerdefreie Phasen wechseln mit Verschlechterungen)
  • Bevorzugte Stellen: Ellenbeugen, Kniekehlen, Hals, Gesicht, Hände
  • Starker Juckreiz, der den Schlaf stören kann

Behandlungsansätze:

  • Basispflege: Tägliche Pflege mit rückfettenden, parfümfreien Cremes oder Salben – auch in beschwerdefreien Phasen
  • Entzündungshemmende Therapie: Kortisonsalben (kurzfristig) oder Calcineurin-Inhibitoren (Tacrolimus, Pimecrolimus) bei Schüben
  • Triggervermeidung: Individuelle Auslöser erkennen und meiden (Wolle, bestimmte Waschmittel, Stress, Schweiß)
  • Antihistaminika: Bei starkem Juckreiz können sedierende Antihistaminika nachts hilfreich sein

Kontaktekzem

Das Kontaktekzem entsteht durch Hautkontakt mit reizenden oder allergieauslösenden Stoffen:

  • Irritatives Kontaktekzem: Durch wiederholten Kontakt mit Reizstoffen (Seife, Desinfektionsmittel, Wasser)
  • Allergisches Kontaktekzem: Durch Sensibilisierung auf bestimmte Substanzen (Nickel, Duftstoffe, Konservierungsmittel, Latex)

Die Diagnose erfolgt oft über einen Epikutantest (Pflastertest), den wir bei Bedarf veranlassen.

Hautkrebsscreening: Früherkennung rettet Leben

Ab 35 Jahren haben gesetzlich Versicherte alle zwei Jahre Anspruch auf ein Hautkrebsscreening. Dabei untersuchen wir Ihre gesamte Körperoberfläche systematisch auf verdächtige Hautveränderungen.

Die ABCDE-Regel für Muttermale

Achten Sie selbst auf Veränderungen Ihrer Muttermale:

  • A – Asymmetrie: Ungleichmäßige Form
  • B – Begrenzung: Unscharfe, ausgefranste Ränder
  • C – Color: Ungleichmäßige Farbe (mehrere Brauntöne, schwarz, rot)
  • D – Durchmesser: Größer als 6 mm
  • E – Evolution: Veränderung in Größe, Form oder Farbe

Trifft eines oder mehrere Kriterien zu, sollten Sie das Muttermal zeitnah untersuchen lassen.

Pilzinfektionen der Haut

Pilzinfektionen sind sehr verbreitet und keineswegs ein Zeichen mangelnder Hygiene:

  • Fußpilz (Tinea pedis): Jucken und Schuppenbildung zwischen den Zehen
  • Nagelpilz (Onychomykose): Verfärbte, verdickte, brüchige Nägel
  • Hautpilz (Tinea corporis): Runde, gerötete, juckende Stellen am Körper

Die Behandlung erfolgt mit antimykotischen Cremes oder Lacken (lokal) oder bei hartnäckigen Fällen mit Tabletten (systemisch). Nagelpilz erfordert oft eine monatelange Therapie.

Alltagstipps für gesunde Haut

  • Milde Reinigung: pH-neutrale, parfümfreie Waschprodukte verwenden
  • Nicht zu heiß duschen: Maximal 37 °C, nicht länger als 10 Minuten
  • Regelmäßig eincremen: Besonders nach dem Duschen und im Winter
  • Sonnenschutz: Lichtschutzfaktor 30+ bei jedem Aufenthalt im Freien
  • Baumwollkleidung bevorzugen: Synthetik und Wolle können reizen
  • Ausreichend trinken: 1,5–2 Liter Wasser täglich unterstützen die Hautfeuchtigkeit
  • Stress reduzieren: Psychischer Stress kann Ekzeme und Psoriasis verschlechtern

Häufige Fragen (FAQ)

Kann mein Hausarzt Hautkrebs erkennen? Ja. Das Hautkrebsscreening gehört zu den gesetzlichen Vorsorgeuntersuchungen. Bei auffälligen Befunden überweisen wir Sie zur weiteren Abklärung an eine dermatologische Praxis.

Wie lange muss ich Kortisonsalbe anwenden? Kortisonsalben sollten nur kurzzeitig (in der Regel 1–2 Wochen) und nach ärztlicher Anweisung angewendet werden. Bei längerfristigem Bedarf gibt es kortisonfreie Alternativen.

Ist Neurodermitis heilbar? Eine Heilung im klassischen Sinne gibt es nicht, aber viele Patienten erleben mit zunehmendem Alter eine deutliche Besserung. Mit konsequenter Basispflege und Triggervermeidung lassen sich Schübe gut kontrollieren.


Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Bitte wenden Sie sich bei Hautveränderungen, anhaltendem Juckreiz oder verdächtigen Muttermalen an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Hautprobleme und Ekzeme: Erkennen, behandeln und vorbeugen | Praxis am Salzmarkt