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Impfungen für Erwachsene: Schutz, der ein Leben lang gilt

Viele Erwachsene denken, Impfen sei vor allem Kindersache. Doch Impfschutz muss regelmäßig aufgefrischt werden – und einige Impfungen werden erst im Erwachsenenalter empfohlen. Wir erklären, was wichtig ist.

PAS
Praxis am Salzmarkt1. Dezember 2025 · 9 min
Impfungen für Erwachsene: Schutz, der ein Leben lang gilt

Impfungen gehören zu den wirksamsten Präventionsmaßnahmen in der Medizin. Sie schützen nicht nur den Einzelnen, sondern tragen zur sogenannten Herdenimmunität bei – dem Schutz derjenigen, die sich nicht impfen lassen können, wie Neugeborene oder immungeschwächte Personen. In Ihrer Hausarztpraxis am Salzmarkt bieten wir eine umfassende Impfberatung sowie alle STIKO-empfohlenen Schutzimpfungen an.

Warum müssen Erwachsene impfen lassen?

Impfschutz ist nicht für immer. Manche Impfstoffe benötigen regelmäßige Auffrischungen, damit die Antikörper im Blut auf einem schützenden Niveau bleiben. Zudem kommen neue Empfehlungen hinzu – etwa für Erkrankungen, gegen die es früher keinen Impfstoff gab.

Außerdem: Wer in den 1950er bis 1970er Jahren geimpft wurde, hat möglicherweise nicht alle heutigen Standardimpfungen erhalten, da einige erst später entwickelt wurden.

STIKO-Standardimpfungen für Erwachsene

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt folgende Impfungen für Erwachsene:

Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten (Pertussis)

Diese drei Erkrankungen werden oft als Kombinationsimpfung verabreicht:

  • Auffrischung: Alle 10 Jahre für Tetanus und Diphtherie
  • Keuchhusten: Einmalig bei der nächsten fälligen Td-Auffrischung (sofern im Erwachsenenalter noch nicht erfolgt)
  • Besonders wichtig für Menschen, die Kontakt zu Säuglingen haben

Influenza (Grippe)

  • Jährliche Impfung im Herbst empfohlen
  • Besonders wichtig für Personen ab 60 Jahren, chronisch Kranke, Schwangere und medizinisches Personal
  • Reduziert das Risiko schwerer Krankheitsverläufe und Komplikationen erheblich

COVID-19

  • Gemäß aktuellen STIKO-Empfehlungen für Personen ab 60 Jahren und Risikogruppen
  • Regelmäßige Auffrischungen nach Empfehlung

Pneumokokken

  • Einmalige Impfung für Personen ab 60 Jahren
  • Schutz vor bakterieller Lungenentzündung, Hirnhautentzündung und Blutvergiftung
  • Auch für Menschen mit chronischen Erkrankungen (Diabetes, Herzerkrankungen, Lungenerkrankungen)

Herpes zoster (Gürtelrose)

  • Ab 60 Jahren: Zweimalige Totimpfstoff-Impfung (2 Dosen im Abstand von 2–6 Monaten)
  • Ab 50 Jahren für immungeschwächte Personen oder solche mit erhöhtem Risiko
  • Gürtelrose kann sehr schmerzhaft sein und langanhaltende Nervenschmerzen (postherpetische Neuralgie) verursachen

Hepatitis B

  • Für alle ungeschützten Erwachsene empfohlen, besonders für medizinisches Personal, Reisende und Risikogruppen

Reiseimpfungen

Planen Sie eine Reise in tropische oder subtropische Länder? Dann sollten Sie rechtzeitig – mindestens 4–6 Wochen vor Abreise – eine Reisemedizinische Beratung in Anspruch nehmen.

Je nach Reiseziel können folgende Impfungen notwendig oder empfohlen sein:

  • Hepatitis A: Fast alle Reiseziele außerhalb Nordwest-Europas, Nordamerikas und Australiens
  • Typhus: Asien, Afrika, Lateinamerika (besonders bei einfachen Reisebedingungen)
  • Gelbfieber: Tropisches Afrika, Südamerika (teils Einreisepflicht)
  • Japanische Enzephalitis: Südostasien, Fernost (bei Langzeitaufenthalten)
  • Meningokokken: Subsahara-Afrika, Saudi-Arabien (Mekka-Wallfahrt)
  • Tollwut: Bei Aufenthalten in Gebieten mit hohem Tierexpositionsrisiko
  • FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis): Für Reisen in Risikogebiete in Deutschland und Europa

Wir beraten Sie individuell zu Ihrem Reiseziel und stellen Ihnen auf Wunsch auch einen internationalen Impfausweis aus.

Impfausweis: Was tun, wenn er fehlt?

Haben Sie Ihren Impfausweis verloren oder wissen nicht mehr, was Sie wann geimpft haben? Kein Problem:

  1. Fragen Sie Ihre frühere Kinderärztin oder Hausarztpraxis nach alten Unterlagen
  2. Im Zweifel können Antikörpertiter im Blut gemessen werden, um den Impfschutz zu überprüfen
  3. Fehlende Impfungen können nachgeholt werden – es ist nie zu spät

Bringen Sie Ihren Impfausweis zu jedem Praxisbesuch mit – so können wir immer prüfen, ob Auffrischungen fällig sind.

Häufige Fragen (FAQ)

Können mehrere Impfungen gleichzeitig verabreicht werden? Ja, in der Regel können verschiedene Impfstoffe am gleichen Tag gegeben werden – oft an unterschiedlichen Körperstellen. Das spart Zeit und ist medizinisch unbedenklich.

Sind Impfungen für Schwangere sicher? Totimpfstoffe (z.B. Influenza, Pertussis) sind sicher und sogar empfohlen in der Schwangerschaft. Lebendimpfstoffe sind kontraindiziert. Wir beraten Sie gerne.

Was tun bei Impfreaktionen? Lokale Rötung oder leichtes Fieber sind normale Reaktionen. Bei schwerwiegenderen Symptomen wenden Sie sich bitte sofort an uns oder den Notarzt.


Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel basiert auf den Empfehlungen der STIKO (Stand: 2025) und dient der allgemeinen Information. Er ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Kontaktieren Sie Ihre Praxis für einen persönlichen Impfplan.

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