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Allgemein- und Viszeralchirurgie in Osnabrück: Wann ist eine chirurgische Abklärung sinnvoll?
Bauchschmerzen, ein Leistenbruch, Gallensteine oder Beschwerden im Analbereich können viele Ursachen haben. Erfahren Sie, wann eine chirurgische Beratung sinnvoll ist, welche Untersuchungen infrage kommen und warum nicht jede Erkrankung operiert werden muss.
Praxis am Salzmarkt
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- 8 min
Hausärztliche Versorgung und chirurgische Fachkompetenz
Nicht jede Erkrankung des Bauchraums erfordert eine Operation. Oft steht zunächst die Frage im Vordergrund, woher die Beschwerden kommen, welche Untersuchungen sinnvoll sind und ob eine konservative Behandlung ausreicht.
In unserer Praxis in Osnabrück verbinden wir die hausärztliche Versorgung mit fachärztlicher Kompetenz in der Allgemein- und Viszeralchirurgie sowie der Proktologie.
Rustam Dzhabbarov ist Facharzt für Allgemeinmedizin, Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie mit der Zusatzbezeichnung Proktologie. Diese Kombination ermöglicht es, Beschwerden sowohl aus hausärztlicher als auch aus chirurgischer Sicht einzuordnen.
Unser Schwerpunkt liegt auf der ärztlichen Beratung, der Untersuchung, der Bewertung vorhandener Befunde und der Koordination notwendiger Weiterbehandlungen. Erforderliche Operationen und endoskopische Eingriffe werden in entsprechend spezialisierten Einrichtungen durchgeführt.
Wann ist eine chirurgische Beratung sinnvoll?
Eine chirurgische Beurteilung kann bei sehr unterschiedlichen Beschwerden hilfreich sein. Dazu gehören insbesondere:
- wiederkehrende oder ungeklärte Bauchschmerzen
- Vorwölbungen in der Leiste, am Nabel oder an Operationsnarben
- auffällige Ultraschallbefunde an Bauchorganen
- Beschwerden durch bekannte Gallensteine
- Schmerzen, Blutungen oder Entzündungen im Analbereich
- auffällige Veränderungen des Stuhlgangs
- unklare Schwellungen unter der Haut
- Probleme mit der Wundheilung nach Operationen
- Fragen zu einer empfohlenen Operation oder einer chirurgischen Zweitmeinung
Entscheidend ist nicht allein das Symptom, sondern die Kombination aus Beschwerden, Vorgeschichte, körperlichem Untersuchungsbefund und gegebenenfalls weiterführender Diagnostik.
Leistenbruch, Nabelbruch und Narbenbruch
Ein Bauchwandbruch, medizinisch Hernie, entsteht, wenn Gewebe durch eine Schwachstelle der Bauchwand hervortritt. Häufige Formen sind Leistenhernien, Nabelhernien und Narbenhernien nach früheren Operationen.
Typische Anzeichen sind eine sichtbare oder tastbare Vorwölbung, ein Druckgefühl oder ziehende Schmerzen. Die Beschwerden können beispielsweise beim Husten, Heben oder bei körperlicher Anstrengung zunehmen.
Nicht jeder Bauchwandbruch muss sofort operiert werden. Ob eine Beobachtung infrage kommt oder eine Operation empfohlen wird, hängt unter anderem von der Hernienart, den Beschwerden und dem individuellen Risiko ab.
Wichtig: Eine plötzlich stark schmerzhafte, nicht zurückdrückbare Vorwölbung kann auf eine eingeklemmte Hernie hinweisen. In diesem Fall ist eine sofortige medizinische Notfallabklärung erforderlich.
Erkrankungen der Gallenblase und der Bauchorgane
Gallensteine und Gallengangserkrankungen
Gallensteine verursachen häufig über lange Zeit keine Beschwerden. Treten jedoch wiederholt krampfartige Schmerzen im rechten Oberbauch auf, kann eine Gallensteinerkrankung dahinterstecken.
Bei bekannten Gallensteinen besprechen wir die vorhandenen Befunde und klären, welche weiteren Untersuchungen oder Behandlungen sinnvoll sein können.
Starke anhaltende Oberbauchschmerzen, Fieber, Schüttelfrost oder eine Gelbfärbung von Haut und Augen können auf Komplikationen hinweisen und erfordern eine dringende ärztliche Abklärung.
Bauchspeicheldrüse und Pankreatitis
Eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse, die sogenannte Pankreatitis, kann starke Oberbauchschmerzen verursachen, die häufig in den Rücken ausstrahlen. Begleitend können Übelkeit und Erbrechen auftreten.
Bei Verdacht auf eine akute Pankreatitis ist eine rasche medizinische Untersuchung notwendig. Die Abklärung und Behandlung erfolgt häufig im Krankenhaus.
Blinddarmentzündung und akute Bauchschmerzen
Eine Appendizitis, umgangssprachlich Blinddarmentzündung, äußert sich häufig durch zunehmende Bauchschmerzen, die sich im rechten Unterbauch konzentrieren können. Übelkeit, Appetitlosigkeit und Fieber sind weitere mögliche Symptome.
Da eine unbehandelte Appendizitis ernsthafte Komplikationen verursachen kann, müssen entsprechende Beschwerden unverzüglich abgeklärt werden.
Divertikulitis und entzündliche Darmerkrankungen
Divertikel sind Ausstülpungen der Darmwand, die häufig keine Beschwerden verursachen. Entzünden sie sich, spricht man von einer Divertikulitis.
Mögliche Anzeichen sind Schmerzen im Unterbauch, Fieber und Veränderungen des Stuhlgangs. Auch chronisch-entzündliche Darmerkrankungen können wiederkehrende Beschwerden hervorrufen.
Wir unterstützen bei der Einordnung vorhandener Befunde und besprechen, wann eine gastroenterologische oder chirurgische Weiterbehandlung erforderlich ist.
Darmkrebs-Früherkennung und Darmpolypen
Darmkrebs kann sich über längere Zeit entwickeln, ohne zunächst deutliche Symptome zu verursachen. Die regelmäßige Vorsorge ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsversorgung.
Für gesetzlich Versicherte in Deutschland gelten seit April 2025 grundsätzlich folgende Angebote:
- Koloskopie: Frauen und Männer können ab 50 Jahren zwei Früherkennungskoloskopien im Abstand von zehn Jahren in Anspruch nehmen.
- Immunologischer Stuhltest (iFOBT): Alternativ kann ab 50 Jahren alle zwei Jahre ein Test auf nicht sichtbares Blut im Stuhl durchgeführt werden.
Bei familiärer Vorbelastung oder bestimmten Vorerkrankungen kann eine individuelle ärztliche Risikoabklärung sinnvoll sein.
Warnzeichen wie Blut im Stuhl, anhaltende Veränderungen der Stuhlgewohnheiten, ungeklärte Blutarmut oder unbeabsichtigter Gewichtsverlust sollten unabhängig vom regulären Vorsorgeprogramm untersucht werden.
Darmpolypen sind Veränderungen der Darmschleimhaut. Bestimmte Polypen können sich im Laufe der Zeit zu Darmkrebs entwickeln. Bei einer Darmspiegelung können solche Veränderungen erkannt und vielfach direkt entfernt werden.
Wir beraten zur Darmkrebs-Früherkennung, erläutern Befunde und unterstützen bei der Organisation erforderlicher endoskopischer Untersuchungen.
Proktologie: Hämorrhoiden, Analfissuren und weitere Beschwerden
Die Proktologie beschäftigt sich mit Erkrankungen des Enddarms und des Analbereichs.
Typische Beschwerden sind Juckreiz, Brennen, Schmerzen beim Stuhlgang, Blutungen, Nässen oder tastbare Veränderungen.
Zu den häufigen Krankheitsbildern gehören:
- Hämorrhoidalleiden: Vergrößerte Hämorrhoiden können Blutungen, Juckreiz und Druckgefühl verursachen.
- Analfissuren: Kleine Einrisse im Analkanal können starke Schmerzen während und nach dem Stuhlgang auslösen.
- Analfisteln: Krankhafte Verbindungsgänge können wiederkehrende Entzündungen und Sekretabgang verursachen.
- Analabszesse: Schmerzhafte, eitrige Entzündungen können eine dringende chirurgische Behandlung notwendig machen.
- Analekzeme und Marisken: Hautreizungen und Hautveränderungen sollten bei anhaltenden Beschwerden ärztlich beurteilt werden.
- Stuhlinkontinenz und Entleerungsstörungen: Je nach Ursache kann eine weiterführende spezialisierte Diagnostik sinnvoll sein.
Nicht alle Beschwerden erfordern einen operativen Eingriff. Häufig kommen zunächst konservative Behandlungsmaßnahmen infrage.
Wichtig ist jedoch, Blutungen nicht automatisch Hämorrhoiden zuzuschreiben. Auch andere Erkrankungen können dahinterstecken.
Ausführliche Informationen finden Sie in unserem Beitrag Proktologie in Osnabrück: Beschwerden, Diagnostik und Behandlung.
Magenbeschwerden, Reflux, Leber und Ultraschallbefunde
Auch Beschwerden im oberen Verdauungstrakt können eine gezielte medizinische Abklärung erfordern.
Dazu gehören anhaltendes Sodbrennen, Schluckstörungen, Oberbauchschmerzen sowie auffällige Befunde an Leber, Gallenblase oder Bauchspeicheldrüse.
Eine Sonographie kann je nach Fragestellung wichtige Hinweise liefern. Nicht alle Erkrankungen lassen sich jedoch allein mit Ultraschall feststellen. Manchmal sind Laboruntersuchungen, eine Magen- oder Darmspiegelung oder andere bildgebende Verfahren notwendig.
Weitere Informationen zu diesen Beschwerden bietet unser Artikel Magen-Darm-Beschwerden: Ursachen, Symptome und wann Sie zum Arzt gehen sollten.
Hautveränderungen, Weichteile und Nachsorge
Neben Erkrankungen der Bauchorgane können auch Veränderungen der Haut und des darunterliegenden Gewebes Anlass für eine chirurgische Beratung sein.
Dazu gehören beispielsweise Lipome, Atherome, unklare Schwellungen sowie Beschwerden oder Wundheilungsstörungen nach einem operativen Eingriff.
Wir beurteilen vorhandene Befunde, beraten zu möglichen nächsten Schritten und unterstützen bei der Nachsorge im Rahmen unserer hausärztlichen Möglichkeiten.
Auch wenn bereits eine Operation empfohlen wurde, kann eine zusätzliche fachärztliche Beurteilung helfen, die Indikation und mögliche Alternativen besser zu verstehen.
Wie läuft die chirurgische Beratung ab?
Am Anfang steht ein persönliches Gespräch über die aktuellen Beschwerden, Vorerkrankungen, Medikamente und gegebenenfalls frühere Operationen.
Anschließend erfolgt eine körperliche Untersuchung. Bereits vorhandene Arztbriefe, Laborwerte, Ultraschallbilder oder Krankenhausberichte können dabei wichtige Informationen liefern.
Je nach Befund besprechen wir gemeinsam das weitere Vorgehen:
- Konservative Behandlung oder zunächst Beobachtung, sofern medizinisch vertretbar.
- Ergänzende Diagnostik, beispielsweise durch Laboruntersuchungen, Ultraschall oder eine Überweisung.
- Vorstellung in einer spezialisierten Praxis oder Klinik, wenn eine operative oder endoskopische Behandlung notwendig erscheint.
Unser Ziel ist eine nachvollziehbare Entscheidung, die sowohl den medizinischen Befund als auch die persönliche Situation berücksichtigt.
Wann müssen Beschwerden sofort abgeklärt werden?
Bestimmte Symptome können auf einen medizinischen Notfall hinweisen. Dazu gehören insbesondere:
- plötzlich auftretende, sehr starke oder rasch zunehmende Bauchschmerzen
- starke Blutungen, Bluterbrechen oder schwarzer, teerartiger Stuhl
- eine plötzlich schmerzhafte, nicht zurückdrückbare Hernie
- ein stark geblähter Bauch mit Erbrechen und ausbleibendem Stuhl- oder Windabgang
- schwere Kreislaufprobleme, Ohnmacht oder Bewusstseinsstörungen
- starke Oberbauchschmerzen mit Fieber, Schüttelfrost oder Gelbsucht
Bei lebensbedrohlichen Beschwerden wählen Sie sofort die Notrufnummer 112. Bei dringenden, nicht lebensbedrohlichen Beschwerden außerhalb der regulären Sprechzeiten erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.
Bei akuten Warnzeichen darf nicht auf einen regulären Praxistermin gewartet werden.
Häufige Fragen zur chirurgischen Beratung
Muss ein Leistenbruch immer operiert werden?
Nicht unbedingt. Die Entscheidung hängt unter anderem von der Art des Bruchs, den Beschwerden und dem individuellen Risiko ab. Bestimmte Hernien erfordern jedoch eine operative Behandlung.
Werden Gallensteine immer operiert?
Nein. Gallensteine ohne Beschwerden müssen häufig nicht behandelt werden. Bei wiederkehrenden Koliken oder Komplikationen kann eine Operation sinnvoll beziehungsweise notwendig sein.
Ist bei Hämorrhoiden immer eine Operation erforderlich?
Nein. Je nach Stadium und Beschwerden kommen zunächst konservative Maßnahmen oder andere nichtoperative Behandlungen infrage. Wichtig ist eine korrekte Diagnose.
Werden Operationen und Darmspiegelungen direkt in der Praxis durchgeführt?
Nein. Unsere Praxis bietet ärztliche Beratung, Untersuchung und die Koordination weiterer Behandlungsschritte. Erforderliche operative und endoskopische Eingriffe erfolgen in entsprechend spezialisierten Einrichtungen.
Ihre Ansprechpartner in Osnabrück
In der Praxis am Salzmarkt verbinden wir hausärztliche Betreuung mit langjähriger fachärztlicher Erfahrung.
- Rustam Dzhabbarov: Facharzt für Allgemeinmedizin, Allgemeinchirurgie und Viszeralchirurgie, Zusatzbezeichnung Proktologie
- Illona Dzhabbarova: Fachärztin für Allgemeinmedizin
Sie haben Fragen zu einem chirurgischen Befund, wiederkehrenden Bauchbeschwerden oder einer möglichen Operation? Wir nehmen uns Zeit, Ihre Beschwerden einzuordnen und mit Ihnen die medizinisch sinnvollen nächsten Schritte zu besprechen.
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Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Gesundheitsinformation und ersetzt keine individuelle ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Bei akuten Warnzeichen ist eine sofortige medizinische Notfallversorgung erforderlich.